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Das Dorf

Kleinenwieden ist als Einzelhof von den Sachsen gegründet worden. Es ist die Zeit, als die Sachsen um 600 nach Chr. die "- hausen, -husen " heute "-sen" Dörfer besonders am Süntel roden. Das sagt uns die Dorf- und Ackerlagen vor der Verkoppelung.
Auf einem etwa 1 ½ km langen und ½ km breiten Weserwerder (Weserinsel) legte der Gründer des Dorfes den Hof Nr.1 an. Nördlich davon rodete er seine erste Hufe Ackerland, südöstlich Hofraum, Weide und Hude für das Vieh. So erstreckte sich der Hof mit seinem Zubehör auf der Weserplatte am Strom entlang. (Siehe Karte im Heft 2 "Schaumburger Heimat" Seite 20)
Die Höfe 2-4, die sich im Laufe von Jahrhunderten wie Nr.1 zu Vollmeierhöfen entwickelten, sind etwa in der Waldrodeperiode in den Jahren von 900 bis 1000 entstanden. Die Karte zeigt uns, daß sie nach und nach ihr Land gemeinsam rodeten und dann in lange Streifen aufteilten. Ihre Höfe legten sie gegenüber ihrem Lande in einer Reihe mit Nr.1 an.
Von den beiden Höfen 5 und 6 ist Nr.5 entweder Nr.3 oder 4, Nr.6 von Nr.1 abgetrennt. Ihr erstes Ackerland bekamen sie auch "Auf den Äckern" zugewiesen. Diese Erweiterung des Dorfes wird im Zusammenhang mit dem großen Ausbau der Landwirtschaft durch die Grafen von Schaumburg im 13. Jahrhundert stehen. In der Mitte dieses Jahrhunderts entstanden im Wesertal die Städte Oldendorf und Rinteln. Die alten Dörfer wurden ausgebaut und im Auetal und Nordschaumburg eine ganze Reihe von neuen Dörfern mit besonderen Rechten gegründet, die "Hagehufendörfer".
Der Grundherr in Kleinenwieden war nicht wie in Großenwieden der Bischof (1013) und das Kloster Abdinghof (1031) in Paderborn, sondern der Graf von Schaumburg.
In alten Urkunden hören wir wenig von Kleinenwieden. Zwischen 1127 und 1140 hören wir von einem Lehen in "Withen", das Kleinenwieden sein kann. Es handelt sich um das Lehen eines "Friedebold", der nur ein "Altfreier" gewesen sein kann. Es dürfte ein Nachkomme des Gründers des Hofes Nr.1 sein und dessen Gut der 4.2.1242 als Ritter und Burgmann genannte "Werner Thume" besaß. Mit Hermann Dhume wird der letzte Ritter am 7.7.1415 genannt. Wie manche Ritter hat er sich wohl auf seinen Bauernhof zurückgezogen und ihn zu einem größeren Hof ausgebaut. Wenn 1565 Hans Dohme auf dem Hof Nr.1 und Heinrich Dohme auf Hof Nr.3 saß, so können wir annehmen, daß beide früher einmal zusammengehörten.

Der Ort wird 1347 Lüttiken Wyden und 1564 Lütkenwieden genannt.

Bei den schweren Kämpfen im 30 J. Krieg hatten die Bewohner des Schaumburger Landes, das eigentlich neutral war, hart gelitten. Der Graf ließ von seinen Amtmännern feststellen, welche Höfe überhaupt noch steuerfähig waren. Im August 1634 wurde im Amte Schaumburg folgendes festgestellt: In Kleinenwieden waren dir Meierhöfe Nr.2,3,4 und die Brinksitzerstelle Nr.7 blutarm. 1564 wurden 4 Meier, 1 Großkötter, 1 Kleinkötter und 1 Brinksitzer aufgeführt. Nach dem Besatbuch des Amtes Schaumburg wurden in Kleinenwieden 1565 340 Morgen, 1635 177 Morgen, 1639 nur noch 34 Morgen beackert. 1747 gab es 8 Haushaltungen.
 

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