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Lager = Stück = und Steuerbuch
der
Dorffschaft Kleinenwieden

Amts Schaumburg

verfertiget im Jahr 1782

von

  Ree`fisicatere Junghenn

  und Revidirt

  von

  Revisore Koppen

Spezial Beschreibung

von

dem in der Weeser – Vogtey gelegenen

Dorffe Kleinenwieden Amts

Schaumburg

S. 1

Situation des Dorffs und dessen Terminey.
Dieses Dorff, coropetiret gnädigsten Herrschaft mit allen neben herrlichen Gerichts und germachte baulichen privative, und lieget dasselbe an der Weeser, 1/2 Stunden von dem Dorffe Grosenwieden nach der Stadt Oldendorff, 1/4 Stunde vom Dorffe Colenstedt nach der Stadt Rinteln zu, in einer ebenen Gegend, auf keinen Orth mit Waldung kann sehen, deßen Feldmark, stösset gegen Morgen an das Dorf Grosenwieden, gegen Mittag an das jenseit der Weeser gelegene Dorff Hohenrode, gegen Abend an das Dorff Colenstaedt, und gegen Mitternacht an die Dörffer Osten= und Westendorff

S. 2

Bäche und Brunnen.
Es fliesset durch dieses Dorff kein Bach, so zum Kochen oder tränken des Viehes gebraucht werden kann, sondern ein jeder Einwohner außer Nr.7 Conrad Schaeffer bedient sich des Wassers zum Kochen, auch vor das Vieh aus dem beym Haus sich befindlichen Brunnens, welcher aus dem Weeserfluß ihren Ursprung und Zufluß haben, beneben auch des Fluses, welchen dann auch bey entstehenden Feuerbrünsten gebrauchet wird, es ist mithin an diesem Orth an Wasser kein Mangel.

S. 3
Die Fischerey- Gerechtigkeit.
Die Fischereygerechtigkeit im vorbemeldeten Weeserfluß, gehört Gnädigsten Herrschaft privative und wird jedesmahlen dem Meistbietenden auf gewiße Jahre verpachtet, es werden darinnen allerhand Fische als Lachse, Hechte und Weißfische gefangen.

S. 4
Pashage.
Durch dieses Dorff gehet weiter keine Pashage, als wann Schiffe von Bremen nach Hameln und weiter hinauf gehen, da dann die Linien ziehen dichte am Dorff vorbey  müssen, übrigens gehen die Fußgänger von den beyden Kleinen Neelhoeffen, Dorffe Engern, Ahe und Colenstädt wenn sie nach Grosenwieden zu wollen, durch daS Dorf hindurch.

S. 5
Besondere Beschaffenheit und Umstände. Befinden sich hier keiune.

S. 6
Herrschaft und Adeliche Freye Güther. Befinden sich hier keine.

S. 7
Kirche und juspa-tronatus.
Es befindet sich hier keine Kirche, sondern die Einwohner sind nach dem Dorffe Grosenwieden eingepfarrt, wohin dann die Kinder auch zur Schule gehalten werden. Das Juspatronatus und übrige jura episcopalia competiren Gnädigsten Herrschl. und Hochst. der selben nachgesagten Consihtorio zu Rintelln.

S. 8
Kirchen und Freye Kasten Güther. Befinden sich hier keine.

S. 9
Hospitalia, Legata, und Mildestiftungen. Davon befindet sich hier ebenfals nichts.

S. 10
Pfarrhaus, Güther, Besoldung und Accidentia.
Es befinden sich allhieren 15/16 Ar: 4 7/8 rtl zehndten Land, so zu den Pfarrgüthern nach Grosenwieden gehörig. Das Pfarrhaus samt übrigen Güthern befindet sich in dem Orthe Grosenwieden, zur Besoldung des Predigers, entrichtet das Dorf nichts, sondern um accidentia welche darinnen bestehen.
1) von einer Copulation 1 rthlr.
2) von einer Taufe 14 Mrgl.
3) von Begräbnis eines alten 1 rthlr.
4) von Begräbnis eines jungen 1/2 rthlr.
5) und einem Confirmante 24 Mrgl.
übrigens sind noch folgende Abgiften an selbigen abzugeben, welche Pflichten gemeint werden, diese bestehen darinnen als.
1tens muß jeder Einwohner jährlich an den Prediger 2 Leiben Brod, wenigsten einen zu 8 Pfund.
2tens jeder Meyer und Großköter eine Wurst und Schweinerippe geben, alsdann bekomt er
3tens von einem jeden Einwohner 10 Eyer und dann auf Ostern, Pfingsten, Michaelie und Christag von jeder Person die schon confirmiert ist, als alten  4 Dl. Opfergeld.

S. 11
Schulhaus, Güther, Besoldung und Accidentia.
Kein Schulhaus wie auch Güther sind ebenfals an diesem Ort befindlich, sondern die Unterthanen müssen die Kinder nach Grosenwieden in die Schule schicken. Die Besoldung bekomt derselbe, von der Gemeinde 4 Fuder Korn und 2 Fuder Hafer sodann accidentia welche darinnen bestehen, als
1) von einer Copulation 1/2 rf.
2) von einer Taufe 1/6 rf.
3) bey Begräbnis eines Alten 1/2 rf. bey eines Jungen 10. - 8 shn.
4) Vor information deren Kinder jährlich plus minus 4 sind des Jahres hindurch 1 Thlr. wie auch von einem jeden Kind des Jahres hindurch 3 Mmgl. Opfergeld. Ferner bekoomt er an sogenannten Pflichten von Nr.1 bis 4 von jedem Mann 2 Leibe Brod 1 Wurst und 8 Eyer. Nr.5 George Degedmeyer entrichtet aber nur 2 Leibebrod, 1 Wurst und 6 Eyer, sodann gibt Nr.6. 7. 8. ein jeder 4 Dl. Opfergeld und 4 Eyer.

S. 12
Mineralien. Deren befinden sich hier keine.

S. 13
Gemeinde Malzung und Gebräuche.
Es bestehet das Dorfs-Gemeinde-Nutzen, aus weiter nichts als 1/4 Ackern, 1 1/4 rtl. Garten und 38 5/16 Ar, 3 3/8 rtl. Hude Weyde, so mehrentheils Koppelhuden, mit der Gemeinde Ostendorff, Deckbergen und Colenstaedt sind, hiervon haben 8 Einwohner oder die jetzigen Hausbesitzungen gleichen Antheil.

S. 14
Activ= und Pashivschulden.
Die Gemeinde hat keine pashivschulden, aus sind wenig activschulden unter den Einwohnern anzutreffen.

S. 15
Bau= und Brennholz.
Hiesige Gemeinde hat keine eigene Waldung, dahero die Einwohner das benötigte Brennholz aus den Herrschftlichen Waldungen holen müßen, doch mit einen Unterschied, in der Gegend Egesdorff bey dem Dorffe Goldbeck, Rumbecker Vogtey, 2 Stunden von dem Dorffe, jenseit der Weeser können dieselben Holz aus einem Distrct wozu verschiedeneGeml. angewiesen worden sind, und zwar die Clfter. zu 8 Mrgl. und 1 ggl. Schreibergeld und zwar die Meyer 6 der Köter 3 und der Brinksitzer 2 Clfter. jetzo aber nur die 1/2te nach einer alten Gerechtigkeit bekommen, sonsten aber müssen sie in den anderen Herrschaftl. Waldungen die Clfter=Holz von 30 Mrgl. bezahlen.

S. 16
Weidung und Maste.
Wegen Mangell die eigenen Waldung, muß die Gemeinde wenn sie Schweine bey Mastzeit treiben will, im Eges-Dorffer Forst von so viel Schweine als sie treiben will, vom Stück 1 ggl. im Hohenroder Forst aber die Woche von 2 stl. 3 Mgl. zu forstmässigen  Berechnung entrichten.

S. 17
Hude und Weyde-Gerechtigkeit.
Die Hude und Weyde-Gerechtigkeit dieses Dorfs gesamten Feldmark exerciret, wie schon S. 13 gedacht, die Geml. mit den Gemeinden Deckbergen, Ostendorff und Colensteedt, und darf in die herrschaftl. Waldungen kein Rindvieh zur Hude hinein bringen.

S. 18
Schäferey-Gerechtigkeit.
Die Gemeinde ist mit der Schäferey Gerechtigkeit nicht versehen, sondern nur Johann Friedrich Tohme, welcher mit 100 Stück Schaafevermögen Hochfürstl. Kriegs= und Domänen Lämmer Erbliche Brief und erblich belehnet, so daß er bey Absterben des Landesherrn als seinem selbst von 10 Stück Schaafen 1 ref. Wein=Kauf, übrigens aber jährlich in die Zentherung Schaumburg 1 Mahllam entrichten muß.

S. 19
Brau-Gerechtigkeit.
Mit derselben ist die Gemeinde nicht berechtiget, sondern müssen ihre Getränke bey Ehrentagen von der Stadt Oldendorff holen.

S. 20
Erbauung, Werth und Miethe der Häuser.
Die in diesem Dorff befindliche Häuser, sind in schlechten Baustand, indem die mehresten mit Stroh bedecket, auch sehr baufällig sind, die Hoffreyden aber mit der Ein= und Abfahrt, wegen des Zaunes bequem und räumlich. Die Erbauung dürfte sich wohl eins der Besten auf 500 rf., Mittleren 250 rf., schlechten 80 bis 90 rf. zustehen kommen, fals nun hiervon eines vernichthet werden, kann, so komt das beste 6 rf., mittleren 4 rf., schlecte 2 auch 1 rf., so sich aber selben ereignet.

S. 21
Anzahl der Häuser und deren darin befindl. Menschen.
Dieses Dorff, bestehet dermalen aus 8 contribuellen Häussern oder Feuerstätten nebst zugehörigen Scheuren, Hofreiden und Leibzuchtshäusungen. Hierinnen wohnen so würklich in loco sind:
7 Männer, 8 Weiber, 15 Söhne, 10 Töchter, 10 Knechte, 6 Mägde und in Summa 56 Menschen. Die Handthierungs= und Gewerbetreibenden Personen befindet sich: 1 Zoß=oehl und Krütze-Müller und 1 Schneider. Diese halten an Vieh 22 Pferde - Ochsen, 20 Kühe, 100 Schaafen.

S. 22
Müller.
Es befindet sich allhier 1 zoße oel= und Krütze-Müller. Übrigens aber müssen die Unterthanen 1 1/2 Stunde Wegs weit in dem Dorfe Rhoden in einer daselbst befindlichen herrschaftlichen Mühle ihre Brodfrüchte mahlen lassen, wohin sie auch gebannt sind.

S. 23
Wirthschaft, deren Consumtion und Brandweines blasen.
Befindet sich allhier davon nichts.

S. 24
Situation des Feldes und dessen Qualitas intrinseca.
Die zu diesem Dorff gehörige Feldmark lieget überall gleich und eben. Der Grund und Boden des Feldes bestehet in leimen auch gröben mit Sand vermischtem guten aber auch verschiedentlich thonigtem und wasembeissigtem Erdboden, lieget aber meistentheils sonsten tönnerisch und träget gute Früchte.
Cams fotuiti.
Zu Zeiten, wenn die beym Dorff vorbey fliessende Weeser ausgehet, so leiden die durch die Überschwemmung durch Hinwegschwemmung dem Geile vom Lanfe, wie auch bey den Wiesen grossen Schaden, öffters werden auch die Früchte von bösen Nebell= und Melthauen überfallen, so ihnen ebenfals großen Verlust zu wege bringet.
Dualitas moralis.
Die Güther allhier sind sämtlich Meyerstädtisch und der Leibeigenschaft unterworfen, theils zehndbar, theils zehndfrei.

S. 25
Grentz-Beschreibung.
Die Grentze fänget bey dem Dorffe Colensteedt  der Kaupquebeeke an, und läuft von da nach der tiefen Rinn, von da nach dem trinschen Altenfelde, von da nach dem schmalen Brauke, von da nach der Linde, raget an den grossenwieder Acker her, wiederum nach dem Weeserstrohm, welcher beym Dorff vorbey fliesset.

S. 26
Korn-Außaat.
Dahier werden auf einem gemessenen Cassel Acker zu 150 Ar an Korn Schaumburger Maas ausgesäet auf den besten 8, mittlsten 8, schlechten 8 Metzen.

S. 27
Korn Ernde und Gewicht.
In mittleren Jahren von einem Acker geerndet in Garben: 1. 80, 2. 70, 3. 60, 4. 50, 5. 40, 6. 30
Aus 1 Schock, welches zu 12 Garben bey Wintersfrüchten gerechnet wird, werden 5 Metzen Schaumburger Maas getroschen.

S. 28
Gersten Außaat und Erndte.
Gerste pflegt alhier wenn nach der Brache, so das 6te Jahr alhier geschiehet, die Ländereyen bevor Korn getragen, hiernach gesäet zu werden, und zwar nach Beschaffenheit reines jeden Landes und Lage, mit 8 bis 9 Metzen, da dann die Ernde dann und wann dem Korn gleich zu stehen komt.

S. 29
Hafer Außaat und Ernde.
Hafer wird auf alle Arth Land, das 5te Jahr als das Jahr vor der Bruche ausgesäet und zwar auf einen Acker 12 Mezzen Schaumburger Maas, sodann wird hiervon in mittleren Jahren von einem Acker 28 Garben oder 2 Schock bey Sommerfrüchten alhier, das Schock zu 14 Garben gerechnet gerundet, aus einem solchen Schock wird getroschen 12 Metzen Schaumburger Maas.

S. 30
Werth und Miethe der Ländereyen.
Zum Werth hiesiger Länderyen kann nach einem mittleren Preß nicht höher als 1 Acker des besten auf 30, mittleren 20, schlechten 10 bis 5 Hlr. und nach solcher proportion die Miethe auf besten 1 1/2, mittleren 1, schlechten 1/2 rf. gerechnet werden.

S. 31
Wiesenwachs.
Die Wiesen so am Dorffe bey dem Weeserstrohm her gelegen, sind von mittlerem Sorte, auch gröbe sand. und leimigten Bodens und geben gutes Futter, wenn sie nicht vom Weeserstrohm vernichtet werden, die Erträglichkeit möchte sich wohl von 1 Acker den besten 9, mittleren 6, schlechten 3 Zentner Heu erstrecken, Grummet aber wäre wohl auf 1 Acker der besten 4, mittleren 3, schlechten -, Zentner zu erndten.

S. 32
Werth und Miethe der Wiesen.
Zum Wehrt der Wiesen, kann nach seiner Lage und Beschaffenheit nicht wohl anders als ein Acker der besten auf 40, mittl. 30, schlechten 15 rf. Die Miethe hingegen auf 2 1/2 - 1 1/2 - 3/4 rf. bestimmt werden.

S. 33
Fruchtgemüs.
Hierselbst ist das Schaumburger Fruchtgemüß gebräuchlich, dessen 1 Mlt. zu 24 Mzl., 1 Vrtl. 2 3/4 Mzl. Casselisch ausgemacht.

S. 34
Zinßen.
Die von diesem Dorf entrichtet werdende Zinßen und Gefälle bestehen.
1tens In die Rentherung Schaumburg beym Sterbfall des abzugebenden Erbgeldes, welches so viel als das Dienstgeld beträgt.
2tens In die Rentherung zu Rintelln in Mzl. Korn Gersten Hafer.
3tens An einen jedesmahligen Renthmeister zu Schaumburg pro parte halarii Vogte Früchte genannt: 4 Mzl. Korn, 1 Mzl. Hafer.
4tens An den von Landsberg zu Wormsthal 27 als.  5 3/5 Hr. Geld, 10 Hühner, 200 dt. Eyer und 8 Mzen. Korn, 8 Mltr. Gerste, 10 Mltr. Hafer.
5tens An den von Zeerzen zu Lauenau im Hannöverschen 2 Hühner, 2 Mltr. Gerste, 2 Mltr. Hafer.
6tens An die Schulbediensteten zur Stadt Oldendorff 6 Mltr. Gerste.
7tens An den Küster zu Groshenwieden 4 hendl. Mzl. Korn, 2 hendl. Hafer.
8tens Erkaufter Zinß von einem Einwohner am Orth (keine Angabe)

S. 35
Zehnden.
Der in dieser Dorfsgemarkung gezogen werdende natural Frucht wie auch so genannte Fleischzehndte, gehöret Gnädigster Herrschaft mit der 10te Garbe und 10te Stück Pferdt, Rind= und Schaafvieh p.p. und wird ersterer alle 5 Jahr verpfachtet, jezo hat selbigen die Gemeinde vor 12 Mltr. Korn und 115 rf. Geld gepachtet, auch 3rf. Weinkauf. Der Fleischzehndte wird aber in die Rentherung Schaumburg entrichtet. (Die Zehntpflichtigen haben die an die Herrschaft mit der 10ten Garbe zu entrichtenden Zehnten lt. Urkunde vom 13 Dzbr. 1832 abgelößt.)

S. 36
Dienste. Schaumburg entrichtet.
Die Gemeinde ist Gnädigster Landesherrschaft privatve soviel mit gemessenem Acker als auch gemessenem und ungemessenem Fahr= und Handdiensten verpflichtet und zwar:
1) Muß jeder Meyer deren 4 sind, in fürstliche Rentherey Schaumburg jährl. 20 rf. Dienstgeld bezahlen, wann er Keinen Acker und Spanndienste bey der herrschaftlichen Conduction Coverden verrichtet, diejenige Dienste aber so in natura prohtant werden, gehen an den 20 rf. ab, und wird sowol auf 1 Acker als Fahrdienst täglich 4 gl. 4 Dl. vergüthet.
2) Vor die 12 Spannburgfeste welche zu allerhand Herrschaftlichen Behufen gethan werden, müssen 2 rf. 12 gl. einen Spannburgfeste zu 7 Mrgl. von vonbesagten Meyers jährlich bezahlt, oder solche in natura geleistet werden.
3) Unständige Fahr oder Landfolge Dienste, werden in Bausachen verrichtet und haben solche nach einem 3 jährigen Überschlag 23 2/3 Fuhren ausgethan, welche diejenige mathiren so begüthert und bespannt sind.
4) Muß der Großköter 12 Handburgfeste zu allerhand herrschaftlichen Verrichtungen leisten, oder aber 18 Mrgl. daneben 4 rf. Dienstgeld in die Rentherey Schaumburg jährlich bezahlen, wenn er solche abverdienen will, bekomt er von 26 Tage 1 rf.
5) Muß der Mittelköter deren einer ist 12 Handburgfeste bey dem Hoff Coverden entweder in natura verrichten oder mit 18 Mrgl. dabneben 3 rf. Dienstgeld in die Rentherey Schaumburg davon bezahlt er einen Rthlr. die andern 2 rf. werden demselben als Herrschaftlichen Fehrmann über die Weeser erlassen.
6) Ein Brinksitzer verrichtet 4 Handbrugfeste oder zahlt davon 6 Mrgl. desgleichen 1 rf. Dienstgeld in die Rentherey Schaumburg jährlich. Vorbeschriebenen Fahr= Acker= und Handdienste haften sämtlich auf den Meyerstädtischen Güthern, worunter die Häußer mit verstanden werden.

S. 37
Meßung.
Dieses Dorff und dessen Feldmark ist äo: VVV2. durch den verpflichteten Landmesser Müller mit der 14. schuigten Ruthe deren 150 Ar einen Acker ausmachen, gemeßen und in Grundriß gebracht, sodann auf eine Charte abgetragen worden.

S. 38
Gantzen Inhalt der Dorfschaft und deren Feldmark.
Es bestehet dieses gantze Dorf und deren Feldmark aus 8 Häussern oder Feuerstätten nebst zugehörigen Scheuren, Stallungen und Leibzuchtshäussergen, dabneben in 366 3/8 Ar 5 5/8 rtl. Land 78 1/2 Ar 1 1/2 rtl. Wiesen und Garten 13 7/8 Ar 2 5/8 rtl. Wüstes. Hinzu komt noch andere Arten Meyerstädtisch  vom Dorffe Grosenwieden zugehend 50 7/16 Acker 2 3/8 rtl. Land 5/8 Acker 4 3/4 Garten 1/8 Acker wüstes. Vom Dorfe Colensteedt zugehend 4 3/16 Acker 4 5/8 rtl. Land 1/8 Acker 14 3/4 rtl. wüstes, mithin in Summa aus 514 1/2 Ar 8 rtl. ero 15/16 Acker 4 7/8 rtl. Pfarrland nach Grosenwieden gehörig sodann 98 9/16 Acker 4 5/8 rutl Geml. Guther.

S. 39
Servitut.
Muß sowohl bey absterben eines Mannes als auch bey absterben einer Frau, jedoch nur von denjenigen Einwohnern, so angesessen sind, und Dienstgeld geben an Gnädigste Herrschaft jedesmahl soviel Erbe als ein jährliches Dienstgeld beträgt, sodann von den Dorst 1/2 rf., Renthmeister 1/2 rf. und von den Landsvogt 1/4 rf. jura bezahlt werden.

S. 40
Zoll und accise.
Hierselbst ist keine Zollstätte, die accis Einnahme ist auf der Rentherey Schaumburg.

S. 41
Civil und Criminal Jurisdiction.
Die Civil und Criminal Jurisdiction compefiret Gnädigsten Herrschaftl. und wird durch die Beamten zur Schaumburg adminithrirt.

S. 42
Hohe und Niedere Jagd.
Die Hohe und niedere Jagd competiret ebenfals gnädister Herrschaft, leztere ist an den Gouverneur von Oheimb zu Rintelln verpachtet.

S. 43
Steuer= Capital und Häusser in das andere.
Der Betrag des Steuer= Capitals eines Hausses in das andere beträgt pro medio Stfl.

S. 44
Steuer-Capital eines Acker Landes, Wiesen und Garten in den andern.
Ein Acker Land, Wiesen und Garten in den andern von Abzug der onerum  beträgt Stfl.

S. 45
Sorten Land, Wiesen und Garten auch deren Clashification.
Es hat dieses Dorff Feldmarkvermögen der von den taratoribus formalen Dihtinetion 6 Sorten Land und 5 Sorten Wiesen und Garten, die 7te Sorte ist Wüstes und Trinschern.

S. 46
Steuer-Capital der Handthirungen.
Das Steuer-Capital vo denen hierselbst befindlichen Handthierungstreibenden Personen, beläuft sich dermalen auf Stfl.

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