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Zeitungsauszüge im Jahre 1918
5.1.1918 Schaumburger Zeitung
Einen unberechtigten Handel mit Hefe kam man hier auf die Spur. Der taubstumme Steinmetz H. aus Kleinenwieden bot bei den hiesigen Bäckermeistern, die trotz eifriger Bemühungen ihrerseits in den letzten Wochen keine Hefe bekommen konnten, solche an und von der Polizei in die Enge getrieben, gab er an, daß dieselbe aus der Hamelner Hefefabrik stammt. Er habe diese von einem unbekannten Manne gekauft, und auch auswärtige Bäcker haben ihre Hefe aus dieser Quelle bezogen. Die eingeleitete Untersuchung dürfte Näheres ergeben.
Anzeige: 9.1.1918 Schaumburger Zeitung
Es verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit Frau Minna Dohme geb. Deppmeier im 59.Lebensjahre. Kleinenwieden, den 8.1.1918.
28.1.1918 Schaumburger Zeitung
Für das Jahr 1918 ist der Eierhändler Beißner für Eieraufkäufe in Kleinenwieden zugelassen.
Anzeige: 5.2.1918 Schaumburger Zeitung
Heute morgen 5 1/2 Uhr entschlief sanft der Landwirt Karl Söffker im 66. Lebensjahre. Kleinenwieden, den 4.2.1918.
9.2.1918 Schaumburger Zeitung
Kleinenwieden, 8.Februar. Der Schütze Heinrich Steding erhielt für besondere Tapferkeit auf dem westlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz 2.Klasse.
18.2.1918 Schaumburger Zeitung
Kleinenwieden, 18.Februar. Der Schütze Karl Beißner wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde zum Gefreiten befördert.
23.3.1918 Schaumburger Zeitung
Anzeige: Kleinenwieden
Am Mittwoch, 27.März nachmittags 5 Uhr werde ich vom Dohmschen Hofe Nr.1 zu Kleinenwieden 8 Acker Wiese "Auf der Langenwanne" an der Klostermannschen Weide, in kleinen Parzellen von jetzt ab auf 6 Jahre öffendlich meistbietend verpachten. Rinteln, den 23.3.1918. Carl Döringshoff, beeid. Aukt.
20.4.1918 Schaumburger Zeitung
Sergeant Karl Siegmann ist beim Angriff gegen die Engländer am 5.4.1918 im Alter von 25 Jahren gefallen. Sein Bruder August ist ab 11.10.1917 auf einem U-Boot vermißt. Kleinenwieden, den 19.4.1918.
22.6.1918 Schaumburger Zeitung
Sergeant Wilhelm Beißner ist am 1.Juni im Westen im Alter von 31 Jahren gefallen. Sein Bruder Heinrich wird seit 28.9.1915 in Frankreich vermißt. Kleinenwieden, den 22.6.1918.
25.6.1918 Schaumburger Zeitung
Hinweise an die Landwirte: Getreideschutz gegen Mäusefraß.
Die Erfahrung lehrt, daß durch Wachholder geschützte Schober, gegen Mäusefraß geschützt sind. Der Wachholder bildet für die Mäuse ein unüberwindliches Hindernis; denn bei dem Versuch, darüber hinwegzulaufen, kommen die Tiere stets mit ihrem ganzen Körper auf die Wachholderstacheln zu liegen, und bei dem Versuch, einen Stachel abzunagen, stoßen sie mit der Nase, Augen und Ohren gegen viele andere Stacheln.Unter solchem Schutze ist Getreide für Mäuse unzugänglich.
29.8.1918 Schaumburger Zeitung
Der Gefreite Fritz Bödeker von hier wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde in den schweren Kämpfen im Westen zum Unteroffizier befördert. Kleinenwieden, 29.August.
Anzeige: 16.10.1918 Schaumburger Zeitung
Gestern nachmittag 2 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit Maurermeister Friedrich Kuhlmann im Alter von 57 Jahren. Kleinenwieden, 16.10.1918.
24.12.1918 Schaumburger Zeitung
Anzeige: Kleinenwieden.
Am Freitag, 27.12. nachmittags 3 Uhr werde ich im Auftrage des Landwirts Dohme Nr.1 zu Kleinenwieden 14 Acker Land "Auf der Langenwanne" vom 1.10.1919 ab auf 6 Jahre an Ort und Stelle öffendlich meistbietend verpachten. Rinteln, 23.12.1918. C.Döringshoff, b.Aukt.
8.3.1921 Rintelner Anzeiger
Kleinenwieden - Das Durchgehen eines Pferdes mit dem Kutschwagen hat hier in der vergangener Woche recht störend in eine Haustrauungsfeier eingegriffen und ein Menschenleben in Gefahr gebracht. Bei der Trauung sollte der zuständige Geistliche aus Gr.Wieden fungieren. Dieser begab sich zu Fuß auf den Weg, traf unterwegs die Droschke, stieg ein und - Ohne Kutscher stürmte durch den Türenschlag erschrecktdas Pferd an der Weser entlang. Der Geistliche rettete sich durch Absprung, der nur seitlich möglich war und deshalb derart unglücklich ausfiel, daß er längere Zeit bewußtlos liegenblieb. Ein des Wegs kommender Tierarzt leistete die erste Hilfe. Zum Schrecken des Hochzeitspaares und der Gäste kam das Gespann ohne Kutscher im Galopp auf dem Hofe an. Die offene Wagentür verhieß nichts Gutes. Nach Kenntnis des Geschehenen wurde der Geistliche der Deckberger Gemeinde zur heiligen Handlung gebeten. Die Zeit wurde jedoch dem jungen Paare und den Gästen herzlich lang und das Hochzeitsmahl brodelte vergebens, auch stand seit 2½ Uhr die Hochzeitskapelle tatenlos bereit, denn der Herr Pastor war nach Hameln verreist. Nach Überwindung formaler Schwierigkeiten konnte endlich gegen 7 Uhr abends die Trauung stattfinden und das Hochzeitsmahl verzehrt werden.
Trotz allem kam dann noch eine föhliche Feststimmung auf. Es war eine Hochzeit mit Hindernissen. Hoffentlich kommt der Gr.Wiedener Geistliche ohne dauernden Schaden davon.
 
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